Hier schreibe ich über 
Bücher, anderer Autoren, die mich begeistern, erstaunen, beschäftigen, inspirieren. Neuerscheinungen, Klassiker aus meinem Bücherregal. Gelegentlich auch über Enttäuschungen, Bücher, die zuviel versprochen haben. Aber wie immer gilt, jedes Buch schlage ich mit Neugier auf, bereit, in die Geschichte oder die Bilder einzutauchen...




Eine echte Leseliebe ist dieses Buch: 
Luca Bendandi
Schreibwaren, die Rückkehr von Stift und Papier


Die Renaissance war die Wiedergeburt der Antike. Über Jahrhunderte vergessene Werte wurden im 15. und 16. Jahrhundert neu entdeckt und hervorgehoben. Mit der Renaissance in diesem Buch dagegen sind Alltagsgegenstände gemeint, die noch existieren und die wir als Kind zu bändigen lernten. Nach und nach wurden sie so selbstverständlich, dass sie heute, in der immer virtueller werdenden Welt in Vergessenheit geraten. Die Rede ist von Bleistift, Papier, Büroklammer, Kleber, Notizbuch und Briefumschlag. Als all diese Wunderwerke erfunden wurden, waren sie Kostbarkeiten. Der Schriftsteller Henry David Thoreaux finanzierte zum Beispiel sein erstes Buch mit selbstproduzierten Bleistiften.  
Da wir alle immer weniger mit den Händen arbeiten, kultivieren wir die Alltagsgegenstände. Heute kann man manch besondere Bleistiftsorte, deren Samtheit und Weichheit einst von bekannten Künstlern gepriesen wurde, und die aber nicht mehr produziert werden, einzeln wie Schmuckstücke bei Ebay ersteigern.
Auf der anderen Seite schreibt kaum jemand noch einen Brief mit Füller und Papier, und in den Schulen soll die Handschrift abgeschafft werden. Deshalb ist dieses Buch eine Augenweide und ein Plädoyer zugleich. Eine Fülle an alten und neu zu entdeckenden Schreibutensilien werden nicht nur mit der Geschichte ihrer Entstehung, sondern auch mit Anekdoten rundherum vorgestellt. Wir erleben wie sich der Schwanenkiel, der als erste Schreibfeder diente, in einen Füller mit Wechselpatronen verwandelt. Wir betten unsere Ideen auf Ruhekissen, Papier genannt. Oder wir erfahren was der Radiergummi mit Azteken-Ritualen gemeinsam hat. Dabei besuchen wir internationale Hersteller und exklusive Schreibwarenläden. Bei der nächsten Reise werden nicht nur die üblichen touristischen Sehenswürdigkeiten abgeklappert, sondern auch der ein- oder andere Laden in Stockholm, London oder Mailand vorgemerkt.
Ein Buch für alle, die besondere (Alltags-)Gegenstände lieben. Mit wunderschönen Abbildungen und einem sehr ästhetischen Layout. Jede Seite ist ein Hochgenuss.
Am Ende sieht man nicht nur den Bleistift mit anderen Augen.


Als ich „Schreibwaren“ das erste Mal aufschlug, war ich sofort inspiriert. Die schön angeordneten Bleistifte auf Seite 9 haben bei mir zu dieser Idee geführt:



Buchinfos: Hardcover mit vielen Abbildungen
Erscheinungsdatum:  26. September 2016
Prestel Verlag


Demnächst stelle ich folgende Bücher vor...