Hier schreibe ich über 
Bücher, anderer Autoren, die mich begeistern, erstaunen, beschäftigen, inspirieren. Neuerscheinungen, Klassiker aus meinem Bücherregal. Gelegentlich auch über Enttäuschungen, Bücher, die zuviel versprochen haben. Aber wie immer gilt, jedes Buch schlage ich mit Neugier auf, bereit, in die Geschichte oder die Bilder einzutauchen...




Chris Kraus
Das kalte Blut
Roman

In diesem Roman geht es um die radikale, systematische Vernichtung von Menschen während des zweiten Weltkriegs. Aus Sicht des Täters. Zwei Brüder werden als SS-Männer mit der „Säuberung“ im Osten und Westen des „Großdeutschen Reichs“ beauftragt. Beide lieben sie die Jüdin Ev, die traumatisiert aus Auschwitz zurückkehrt, wo sie zur Folterung von Häftlingen gezwungen wurde. Nach dem Krieg wechseln die Brüder Hub und Koja zu anderen Geheimdiensten, CIA und KGB, dienen als Doppelagenten mal hier mal da der „Sache“. Harte Kost, die anfangs in schönen Bildern und einem lockeren Erzählstil in das Buch zieht. 1974 beichtet der Ich-Erzähler Koja einem Hippie-Leidensgenossen in einem Krankenhaus seine Vergehen. Dabei schweift er immer wieder in melancholische Erinnerungen ab. Koja ist ein Künstler, hält alles mit Graphit auf Papier fest, lernt  Heinrich Himmler kennen und beeindruckt ihn. Sein Bruder Hub möchte den „Zartbesaiteten“ beschützen. Er sorgt dafür, dass Koja versetzt wird, sobald er zu Massenhinrichtungen abkommandiert werden soll, doch eines Tages kann Hub es nicht mehr verhindern. Und Koja ballert ein ganzes Magazin auf einen Säugling. 
Es gibt wunderschöne Metaphern in dem Buch, aber die will man als Leser mit zunehmender Enthüllung der Grausamkeiten nicht mehr genießen. Der Roman erinnert an die wahren Schicksale und pflanzt sie damit in die Gedächtnisse von uns Nachgeborenen ein oder besser, er ätzt sie ein. Der humorige Ton erinnert an Edgar Hilsenraths "Der Nazi und der Friseur", hat aber leider nicht dessen durchkomponierte Wucht. Er ist nur genauso schwer auszuhalten. Durch das ausführliche Nachwort erfährt der Leser die wahren Hintergründe und die schriftstellerischen Vorbilder des Autors. Chris Kraus ist Filmemacher, der u. a. den großartigen Film „Vier Minuten“ gemacht hat. Für „Das kalte Blut“ hat er penibel in seiner eigenen Familiengeschichte recherchiert. Trotz bester Absichten zerfällt der Roman für mich als Leserin aber eher in einen Bericht als in eine runde Gesamterzählung, wie es z. B. Günther Grass’ Die Blechtrommel für mich schaffte. Ein bedrückendes Buch, das durch die bildhaften Szenen womöglich als Film besser funktioniert.  


Buchinfos:
Diogenes Verlag, Hardcover und Ebook, 1200 Seiten


Konstantin Wecker
Das ganze schrecklich schöne Leben
Die Biographie

„Ich reit auf einem Wattebausch die Zeit entzwei.“
Dies ist keine Autobiografie des großartigen Musikers und Dichters, sondern in diesem Buch reflektiert auch sein Tourbegleiter Günter Bauch die gemeinsame Zeit. Ein Drittel der Kapitel stammt vom Herausgeber der bisherigen Wecker-Biografien Roland Rottenfußer. Und natürlich kommt auch Konstantin Wecker selbst kommt zu Wort. Anlässlich seines 70. Geburtstags erschienen, nehmen wir an bitteren und schönen, auf jeden Fall einmalige Erfahrungen teil. Wir begleiten die Entstehung seiner Werke, hören von der Inspiration und erfahren wie Klassiker wie „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ oder „Genug ist nie genug“ entstanden. Sein Werdegang, seine Anfänge und ersten Auftritte werden geschildert, aber auch sein politisches Engagement. Wecker ist ein besessener, verbissener Künstler, der immer für seine Kunst und seine Anliegen eintritt. Eine Zeitlang zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück, wandte sich der Innerlichkeit zu (wie es auf S. 145 heißt), dadurch entstanden Kindermusicals und z. B. die Musik zu Jutta Richters Geschichte „Das Kind auf den Bäumen.“ Gegenwärtig steht er wieder auf Seiten der Hilfsbedürftigen, aber nicht nur er, auch seine Frau und sein Sohn engagieren sich für Flüchtlinge.
Jeder der drei Autoren hat seinen eigenen Blickwinkel auf das Geschehen und so kann sich der Leser selbst ein Bild machen.
Wecker erzählt er von seinem liebevollen Elternhaus. Die Mutter war seine Förderin, stand zu ihm, als er wegen Drogenbesitz verurteilt werden sollte, setzte sich ganz nach vorne und fixierte den Richter während des Prozesses. Der Vater, selbst Musiker und Maler, nahm sein Talent mit ins Grab, förderte aber seinen Sohn von klein auf und wollte aus Konstantin einen Opernsänger machen. Ihm hat er auch ein sehr berührendes Lied gewidmet.
Das vielfältige Buch enthält viele seiner Gedichte und Liedtexte und ist damit ein wunderbares Geschenk für sich als Fan des Münchner Ausnahmekünstlers oder für andere zum Wiederentdecken und begleitendem Wiederhören.


Buchinfos:

Gütersloher Verlagshaus, Ebook und Hardcover, Knaus Verlag, 480 Seiten


Annette Mingels
Was alles war
Roman

Allein das Eingangszitat von Margaret Atwood gefällt mir: Wenn man sich mitten in einer Geschichte befindet, ist es keine Geschichte, sondern nur eine große Verwirrung...ein Durcheinander aus zerbrochenem Glas...Erst hinterher wird daraus eine Geschichte. Das ist für den Roman perfekt gewählt, wie ein Schild an der Eingangstür.  Die Struktur liefern die Kapitel, die sich in fünf Akte gliedern: „Anfangen, Lieben, Verlieren, Weitermachen und Finden“.

Ein Roman über Adoption und die verschiedenen modernen Formen des heutigen Familienlebens. Die Hauptfigur Susa wurde (wie die Autorin Annette Mingels) selbst adoptiert. Als Meeresbiologin betreibt Susa Wurmforschung, was wie eine Metapher für das Wühlen in der eigenen Familiengeschichte steht. Überhaupt die Metaphern in dem Roman gefallen mir, da ist die Icherzählerin mal sichtbar wie ein Fisch im Aquarium, als sie von einem Mann durch das Fenster beim Ausziehen beobachtet wird. Anfangs wird Susa noch nicht selber aktiv, sondern ihre Mutter meldet sich mit einem Brief und möchte sie treffen. Mit zehn erfuhr sie, dass ihre liebenden, fürsorglichen Eltern nicht ihre richtigen Eltern sind und als sie das nun ihrer eher verkorksten leiblichen Mutter erzählt, fühlt sie sich wie bei einer Prüfung. Ihre Kehle ist wie zugeschnürt. Was sie erfährt, lässt sie nicht los, sie forscht selbst nach ihren Brüdern und nach ihrem Vater, hat in ihrem bisherigen Leben zugleich aber auch Schicksalsschläge zu verdauen. Der Leser erlebt nicht nur ihre Familiensuche mit, sondern auch die der anderen Figuren. Jeder hat seine Geheimnisse und zusammen ergeben sie ein buntes Puzzle, der zu diesem besonderen Familienroman führt.


Buchinfos:
Ebook und Hardcover, Knaus Verlag, 288 Seiten





Monika Gause
Adobe Illustrator CC
Das umfassende Handbuch

Ob man sich als Einsteiger mit dem Adobe Illustrator Programm vertraut machen möchte oder seine Kenntnisse erweitern will. Mit seiner klaren Struktur und dem ausführliches Index bietet dieses dicke Buch Lösungsvorschläge für nahezu jedes Problem. Illustrator-Anfänger können sich Seite für Seite durcharbeiten, Workshops erleichtern das Lernen Schritt für Schritt. Schriftgestaltung oder freie Illustration, Produktwerbung oder Industriedesign sind nur wenige Beispiele. Dieses Buch ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk, das nicht nur inhaltlich und optisch, sondern auch haptisch sehr gut gemacht ist. Eine Inspiration für alle Sinne! 

Checklisten für die wichtigsten Fragen und Problemfälle erleichtern das Suchen. Die Autorin Monika Gause ist selbst Kommunikationsdesignerin, Dozentin und Software-Trainerin und seit Jahren zuständig für die Handbücher zu diesem Programm. Sie legt hier eine fundierte Neuausgabe vor und beginnt mit der Arbeitsumgebung in Illustrator CC, erklärt dann die Grundlagen einer Vektorgrafik (im Unterschied zu Pixeln, wie sie in Photoshop erzeugt werden) und zeigt in den nachfolgenden Kapiteln die einzelnen Anwendungsmöglichkeiten, jeweils mit ausführlichem Bildmaterial.   

Wie alle Werke des Rheinwerk Design Verlags ist auch dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Ein echtes Handwerksbuch für Gestalter, die mit dem Illustrator Programm arbeiten und tiefer in die Geheimnisse der Vektorsoftware einsteigen oder mit Kenntnissen aus Photoshop ihr Wissen mit diesem Programm erweitern wollen. 



Henry Marsh
Um Leben und Tod
Ein Hirnchirurg erzählt

Ärzte sind auch nur Menschen, ja, das erfahren wir hier. Das Zittern und Bangen, wenn es um das Leben eines Patienten geht, wenn es um Millimeter geht, die das Mikroinstrument in das Gehirn vordringt. Wenn Entscheidungen zu treffen sind und Wahrscheinlichkeiten des Überlebens ausgerechnet werden müssen. Wenn das Organ, das uns alles ermöglicht, eben nur ein Organ, schwammiges Gewebe ist. Der englische Neurochirurg erzählt Persönliches, gibt kritische Kommentare und schildert Schicksale seiner Patienten, das nicht selten vom Zufall abhängt. Immer respektvoll ehrlich lernen wir so unser verborgenes Inneres kennen und begreifen medizinische Zusammenhänge. Ein spannendes Buch, das das Wunder Denken, Leben und Träumen erfahrbar zu machen versucht. 

Buchinfos:
Penguin Verlag, Ebook und Taschenbuch, 368 Seiten

Aaron Blabey

Böse Jungs

Band 1 und 2



Ein Wolf, ein Hai, ein Piranha und eine Schlange versuchen sich von ihrem negativen Image zu befreien, immer und überall die Bösen zu sein. Stattdessen wollen sie sich der guten Sache zuwenden und zu Helden werden. Leicht beschlossen, schwer umzusetzen. Um es mit dem Stempel auf dem Cover des zweiten Bandes zu sagen: MISSION UNMÖGLICH. Aber Wolf gibt nicht auf und treibt seine Leidensgenossen an, deren polizeiliches Führungszeugnis wenig vertrauenserweckend ist. Naja, so richtig leiden tun sie eh nicht, sie sind eher auf Spaß aus und der Leser und Betrachter dieser großartigen Bücher ist mitten dabei. Das absurde Bösewichtteam in Anzügen à la James Bond sprüht vor Eigensinn und Einfällen. Am Ende ihrer ersten Heldenreise fühlen sie sich sogar richtig gut und sind voller Tatendrang. Im zweiten Band geht’s weiter mit einer absurden Rettungsaktion. Was, wenn die, die gerettet werden sollen, gar nicht gerettet werden wollen? Egal, am Gutsein müssen schon allen mitarbeiten. Schließlich hat jeder seine Stärken. Frei nach dem Motto des 7. Kapitels: Vertrau mir, ich bin eine Schlange.


Der Australier Aaron Blabey hat eine Comic-Roman-Reihe der besonderen Art erschaffen. Der Autor und Illustrator ist auch Schauspieler, der sein darstellerisches Handwerk auf das Medium Buch zu übertragen versteht. Sogar die Schriftarten arbeiten an der Dramatik der Geschichte und ergänzen die witzigen Zeichnungen. Ein besonderes Vergnügen für Groß und Klein und zu Recht für den deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert.

Buchinfos:
Hardcover, Baumhaus Verlag, je 140 Seiten, alle Seiten illustriert.




Zum 200. Todestag von Jane Austen

Holly Ivins
Jane Austen
Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt


Dieses optisch sehr schön gemachte Buch ist wirklich auch inhaltlich eine
Entdeckung. Ob bereits bekennender Fan oder Neuling, Jane-Austens Leben, ihre Romane mit den Figuren und Schauplätzen werden auf liebevoll amüsante Weise genau beleuchtet. Wie wurde sie zur Schriftstellerin, wer war ihre Familie?
Oder was ist eigentlich ein Gentleman, und welcher ihrer Romanfiguren erfüllt diese perfekten Maßstäbe und ist trotzdem nicht der beliebteste von allen? Denn laut einer Umfrage würden sich die meisten Frauen für Mr Darcy (aus Stolz und Vorurteil) entscheiden, der durch dieses Raster fällt.
Darüber hinaus erfährt man noch viel zeitgeschichtlich Interessantes. Über die Klassengesellschaft des 18./19. Jahrhunderts in England, die Rolle der Frau und warum Austen wenig Politik in ihren Büchern verarbeitet hat. Wer die Verfilmungen ihrer Bücher schätzt, mag bestimmt auch die Kostüme. Hier wird die aufwendige Garderobe und der streng geregelte Tagesablauf einer jungen Dame, die wie Jane Austen selbst, der sog. „Genty-Schicht“ angehörte, erläutert. An vielen Stellen kommt sie selbst zu Wort. Oder es gibt Querverweise zu ihren Romanen, die neugierig aufs Lesen oder Wiederlesen machen. Holy Ivins hat ein wunderschönes Kompendium zum Verschenken oder sich Selbstschenken erschaffen.

Buchinfos:
Hardcover, DVA Verlag, 241 Seiten





Sven Gerhardt
Die Heuhaufen-Halunken
Illustriert von Vera Schmidt
Kinderbuch ab 8 Jahren



Sommerferien auf dem Land, besser gesagt im Dorf Dümpelwalde, der Name ist Programm. Kein Freibad weit und breit. Die einzige Attraktion ist der Hahn Pavarotti, der jeden im Dorf mit seinem Gekrähe früh morgens schon aus den Federn treibt. Das könnten öde Ferien werden, aber nicht für die Heuhaufen-Halunken, eine Bande Kinder, die krumme Dinger drehen wollen. Zusammen stellen sie einen Ferienrettungsplan auf. Sie versuchen den alten Volvo wieder zum Laufen zu bringen, der in der Scheune bisher als Bandenquartier gedient hat, um ein paar Tage zum nächsten Schwimmbad zu verreisen. Operation Badehose! Anführerin Meggy hat alles fest im Griff. Zumindest bis ein Stadtjunge dazukommt und Mitglied werden will. Aber Meggy weiß, dass man an den Augen eines Menschen erkennt, wer zum Halunken taugt. Nur so kann man sein Gegenüber einschätzen. Bald klärt sich, ob der piekfeine Berliner Junge Freund oder Feind ist. Dieser Kinderroman sprüht vor Witz und Spannung. Unterstrichen wird das Lesevergnügen von den herrlichen zweifarbigen Illustrationen von Vera Schmidt.
Besonders gefallen haben mir auch die „Bauernweisheiten“ als Kapiteltitel. Dies ist ein Start in eine vielversprechende Abenteuerreihe.


Buchinfos:

Hardcover mit vielen Illustrationen von Vera Schmidt, cbj Verlag, 160 Seiten



Sempé
Für Bücherfreunde
Cartoons

Alles dreht sich hier um das Entstehen von Büchern, die Gefühle der Autoren. In den feinen Zeichnungen, die immer liebevoll auf ihre Figuren blicken, gibt es viel zu entdecken. Sempé nimmt den Literaturbetrieb aufs Korn, wie es nur jemand versteht, der mitten drin steckt und es bestimmt im Laufe der Entstehung seiner vielen Bücher selbst erlebt hat. Die guten Ratschläge, die angehende Autoren zu hören kriegen. Wie entstehen Romane? Wie hält man Ideen fest? Wie vermittle ich einem Verleger, dass ausgerechnet mein Roman den schweren Vorhang der bisher düsteren Literatur erhellen wird? Wie kann ein Autor das Marketing selbst vorantreiben? Am besten mit einem Spruchband, das ein Flugzeug über einen vielbevölkerten Campingplatz zieht. Die herrlichen Zeichnungen brauchen oft keine Worte, manchmal auch längere Sprechblasen oder Begleittexte, die dem Bild eine völlig andere Bedeutung verleihen. Enthalten sind auch Geschichten über mehrere Seiten oder auch Sempés große Kunst mit wenigen Strichen eine Szene festzuhalten.  

Ein Geschenk für Literaten und alle, die an und in Büchern die Welt messen.

Buchinfos:
Hardcover, um farbige Cartoons erweiterte Neuausgabe, Diogenes Verlag, 112 Seiten





Val McDermid
Anatomie des Verbrechens

Alle Krimis der Autorin sind megaspannend. Kein Wunder Val McDermid recherchiert sehr genau und hat durch die Fülle ihrer Bücher und Themen im Laufe der Jahre viele Experten befragt. Hier gibt sie nicht nur Einblicke in ihre Recherchen, sie schildert auch wahre Verbrechen und wie sie aufgeklärt wurden. Das Fachbuch über Forensik zeigt wie die Ermittler im Laufe der Zeit mehr und mehr Details in die Analyse eines Verbrechens einbezogen, um Todeszeitpunkt, -ursache festzustellen oder überhaupt einen Täter aufzuspüren. Das Kapitel „Pathologie“ klärt leider auch nicht über den Übersetzungsfehler auf, der sich hartnäckig im Deutschen hält (besonders bei Fernsehkrimis). Pathologen sind in Deutschland Experten, die Gewebe untersuchen. Korrekt heißt es Rechtsmediziner (nur in Österreich Gerichtsmediziner), nur sie, helfen der Polizei bei der Aufklärung verdächtiger Todesfälle. Aber dieses Manko sei verziehen. Gestalterisch sehr gelungen, ist eine Fliege auf den Seiten abgedruckt, die man beim Durchblättern am liebsten wegwischen möchte. Nicht nur im Kapitel „forensische Insektenkunde“, in dem erläutert wird, auf welche Weise die winzigen Tiere sogar einen weltweit gesuchten Serienmörder überführen können. Ein Sachbuch für alle Krimifans und –autoren, zum Nachschlagen, aber auch zum gruseligen Drinschmökern.

Buchinfos:
Paperback mit vielen Abbildungen und einer (oder vielen Fliegen), Knaus Verlag, 380 Seiten
  




Henrik B. Nilsson
Das geheime Manuskript des Hermann Freytag

 
Als leidenschaftliche Leserin und Autorin lese ich natürlich auch sehr gerne Bücher, die sich um Bücher und ihre Entstehung drehen. Wenn möglich verschachtelt mit ungewöhnlichen Blickwinkeln. Dies bekam ich mit dem „geheimen Manuskript“. Henrik B. Nilsson ist ein schwedischer Autor, der in Deutschland aufgewachsen ist und hier über das Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts schreibt.
Wien 1910, der Held, Hermann Freytag, genießt mit allen Sinnen seinen Ruhestand. Es beginnt mit einem kurzen Epilog, in dem es um einen bedeutungsschweren Brief an die vatikanische Bibliothek geht. Hier geht es also mehr als „nur“ um Literatur, die große Politik hält ihre Fahne hoch. Beim Mokka in einem Wiener Kaffeehaus ahnt Freytag noch nicht, dass sein neuer Auftrag, einen Autor beim Verfassen eines Manuskripts zu unterstützen, das gemütlich eingerichtete Pensionsleben ins Wanken bringen wird. „Wenn der Komet vorübergezogen wäre und die Kopfschmerzen sich gelegt hätten, würde alles weitergehen wie bisher“, heißt es im letzten Kapitel. Dazwischen liegen herrlich kunstvoll geschriebene über 500 Seiten für Bücherfans, die Spaß an Sprache und feiner Wortwahl haben.   

Buchinfos:

Taschenbuch, btb Verlag, 575 Seiten



Gabriel Rolón
Der Psychologe

Seit der genialen Fernsehserie „Fitz“, lese ich gerne Romane, die einen Psychologen zum Ermittler machen. Der Autor, ein Argentinier, nimmt sich Zeit für den Ausbau der Figuren und so ist sein Kriminalroman viel mehr als die Aufklärung eines Falls. Dadurch haben auch wir Leser die Möglichkeit differenzierter hinzusehen, mehr als wir es vielleicht bei einem Polizeikrimi täten. Wie es sich für einen überragenden Psychologen gehört, ist Pablo Rouviot ein genauer Beobachter. Auch wenn er eigentlich ein Mann der Sprache ist, so weiß er, dass oft mehr hinter schnell dahin gesagten Worten steckt. Durch Körpersprache und Signale seiner Patienten nimmt er versteckte Botschaften auf. So geht die Bitte einer jungen Frau, die um ihren Vater trauert, bald über ein gewöhnliches Gutachten in den Stunden seiner Praxis hinaus. Nach und nach wird er in verbrecherische Machenschaften gezogen. Der Autor weiß wovon er schreibt, Rolón ist selbst ein sehr bekannter Psychoanalytiker in seiner Heimat. Den Leser erwartet kein reißerischer Krimi, sondern ein subtiler Spannungsschmöker, der, wenn man sich darauf einlässt, bis zur letzten Seite fesselt und lange nachklingt. Mit der Frage, wie hätten wir entschieden, wenn... 

Buchinfos:

Taschenbuch, btb Verlag, 379 Seiten





Markus Wäger
Das ABC der Farbe

Vom reinen Weiß bis zur absoluten Dunkelheit. Um Schwarz zu sehen, stellt man sich am besten einen Tunnel oder eine Höhle vor, die schnurgerade in die Tiefe eines Berges führt. Absolutes Weiß zu erfassen, ist uns nicht möglich, weil wir ohne Verletzung der Augen nicht direkt in das reinste Weiß, das Licht der Sonne blicken können. Auf welche Weise nehmen wir überhaupt Farben wahr? Wir brauchen Licht, um Umrisse zu erkennen, uns in der Dunkelheit zu orientieren. Ohne Schatten würden wir eine Kugel nicht als Körper wahrnehmen, sondern als Scheibe. Vor Goethe und seinem faszinierendem, ästhetisch schönen Aquarellfarbkreis kam Newton, der mit Prismen experimentierte, aber auch eine Analogie der Farben zur Akustik zu sehen glaubte. In diesem Buch erfahren wir alles von den Farben und ihrer Wirkung und erhalten übersichtliche Tipps für die Anwendung in der Praxis. Ein Index hilft bei der schnellen Suche nach bestimmten Begriffen, wie Tonwertspreizung (was ist das überhaupt?), Sättigung und dem Unterschied zwischen Magenta, Purpur und Rosarot. Allein das Blättern in diesem Buch ist ein Sinnesgenuss. Leichtes, griffiges Papier, ein Lesebändchen und hervorragende Illustrationen. Knappe, fundierte Texte erläutern die Bildbeispiele. Es enthält Mischverhältnisse für bestimmte Farbtöne, Farbskalen und Vorstellungen der verschiedenen Anwenderprogramme. Auf Grund des handlichen und doch relativ großen Formats können wir uns vor der eigenen gestalterischen Arbeit inspirieren lassen, so in die Farbenwelt eintauchen und beim Lesen die schönen Fotos und Farbbeispiele auf uns wirken lassen. Ein Buch, das am besten den Schreibtisch nie verlässt. Damit ist Bildbearbeitung von jetzt an ein pures Vergnügen.


Buchinfos:

Hardcover, Rheinwerk Design Verlag, vollfarbig illustriert, 394 Seiten






Philipp Barth
Das Buch für Ideensucher
Denkanstöße, Inspirationen und Impulse für Kreative

Dieses Buch ist ein feiner Kompass, der durch das Chaos der kreativen Möglichkeiten führt, kein Einmalratgeber. Es liefert nicht nur Theorie, sondern gibt konkret und praktisch Tipps, die ganz auf den Alltag des Ideensuchers abgestimmt sind. Auf unterhaltsame Weise bietet Philipp Barth eine Fülle von Anregungen, verspricht ein Routine-Start-Programm, das nach einiger Übung abgerufen werden kann und lockert alles mit Beispielgeschichten von erfolgreichen Kreativen auf. Einblicke, in umgesetzte Ideen, die die Welt beherrschen, und dabei einst alles nur Keimlinge von Kreativen waren. Das macht Spaß und liest sich spannend. Anhand von Übungen, Techniken und Checklisten lässt sich das Erfahrene anwenden. Optisch anspruchsvoll gemacht, mit gelb markierten Sätzen, die Wesentliches herausheben, wirkt das Buch wie ein künstlerisches Notizbuch. Spätestens nach dieser Lektüre wird man vom Suchenden zum Ideenfinder, garantiert.

Buchinfos:
Hardcover, Rheinwerk Design Verlag, 285 Seiten


Tomi Ungerer
Warum bin ich nicht du?
Antworten auf philosophische Fragen von Kindern

Ein herrliches Buch, das keine Tabus kennt. Tod und Liebe, Gefühle wie Angst, Einsamkeit und Selbstsicherheit, Sachfragen, wer den Himmel gebaut hat oder ob Steine denken können kommen zur Sprache. Auf erstaunliche Fragen, erhält der Leser manchmal absurde, aber nie geschwätzige oder belehrende Antworten des Autors. Genau wie in seinen großartigen Kinderbüchern nimmt Ungerer die Kinder ernst, erinnert sich manchmal dabei an seine eigene Kindheit und erzählt. Man erfährt welche Kosenamen seine achtzigjährige Mutter ihm, der schon fünfzig war, gab. Gefragt hatte die neunjährige Rebecca, ob wir für unsere Eltern immer Kinder bleiben werden. Muss man groß sein, um erwachsen zu sein? Ungerer erzählt von einer Kleinwüchsigen, die sich auf ein Podest stellte und rief: Nur weil ich klein bin, seid ihr noch lange nicht groß! Oder der siebenjährige Alexandre will wissen, ob man aus Liebe sterben kann. Ungerer sagt darauf, dass wir nur die Macht haben, ein einziges Leben der Leere und dem Nichts zu entreißen, nämlich das eigene, für das man selbst verantwortlich ist. So lässt sich sogar der Tod besiegen.
Hinten im Buch gibt es ein Themenregister, das die herrlichen Fragen noch einmal auflistet. Ein großes Lesevergnügen, das mit Ungerers Illustrationen zusätzlich bereichert wird.

Buchinfos:
Hardcover, Diogenes Verlag, 192 Seiten




Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
Roman

Spätestens seit dem großartigen Dokumentarfilm „More than honey“ ist der Anblick einer Honigbiene und das Summen in unserem Apfelbaum nicht mehr alltäglich. Das weltweite Bienensterben beunruhigt, milde gesagt. Dass eine norwegische Autorin daraus einen Roman gemacht hat, hat mich interessiert. Und anscheinend hat sich Maja Lunde auch von diesem Film inspirieren lassen, denn die Figuren wirken wie aus der Dokumentation gefischt. In drei wechselnden Perspektiven, Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart erzählt sie von anfangs scheinbar noch zusammenhanglosen Schicksalen, die alle mit der Bienenzucht zu tun haben. Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts gibt es keine Bienen mehr, die Menschen imitieren sie, klettern auf die Bäume und bestäuben sie, was allerdings heute (im obengenannten Dokumentarfilm gezeigt) in China schon Alltag ist. Warum musste dass dann in die ferne Zukunft gelegt werden, fragte ich mich beim Lesen. Auch kommen die Geschichten nur schwer in Gang, man braucht Geduld und Konzentration, um einen roten Faden oder die Spur der Bienen zu erkennen. Es geht um die Sprachlosigkeit in Familien, innere Monologe reihen sich aneinander. Wie in einem Kurzgeschichtenband fängt man fast mit jedem Kapitel eine neue Geschichte an, muss sich beim Lesen auf neue Figuren und Handlungsstränge einlassen. Die Bienen sind nur Metaphern für die Menschen, die emsig, um ihren Nachwuchs besorgt, versuchen das Beste aus ihrer kurzen Lebensspanne zu machen. Das ist bedrückend, leider aber auch wenig spannend oder berührend umgesetzt.  


Buchinfos:

Hardcover, btb Verlag, 514 Seiten





Anthony McCarten

Licht

Roman

Eine meiner absoluten Leselieben ist dieses Buch. Ein Roman über den Erfinder der Glühbirne, Thomas Alva Edison, und seinen Sponsor, einen Millionär, den eine riesengroße Nase ziert. Ein Roman zum Lachen, Staunen, darin Versinken. Der Autor Anthony McCarten, der schon viele großartige Romane (Superhero, Englischer Harem u. a.) geschrieben hat, erfindet sich wieder neu beim Schreiben. In einer ganz eigenwilligen Sprache und wunderbaren Szenen beschreibt er das Ringen um Erfindungen, die wir heute gar nicht mehr als solche wahr nehmen. Da wird ein Name für eine automatische Kleiderverschlussvorrichtung gesucht: „Etwas Reißerisches brauchen wir...“ Es dauert bis aus diesem „umgekehrten Pflug“, der Reißverschluss wird. Dabei hat ihn Edison gar nicht erfunden, ein junger Bewunderer vertraut ihn ihm an, in der Hoffnung, dass auch etwas Ruhm auf ihn abfalle. Edison selbst ist inzwischen taub und schlägt die Zähne in den Tisch, um durch die Vibrationen akustische Informationen aufzunehmen. „Das kleinste Grummeln war ein Erdbeben.“
Als der Millionär J. P. Morgan ihn besucht, glaubt er, der Banker wünsche seine abartig große Nase, mit Strom zu behandeln. Der Gesichtserker nässt nämlich wie ein Blumenkohl, führt fast wie ein kleines Tier ein Eigenleben im milliardenschweren Gesicht und wirkt erotisch auf Frauen. Wegen letzterem hat Morgan natürlich keineswegs vor seine Nase zu verkleinern. Er hat es auf die Glühbirne abgesehen, mit ihr will er nicht nur Europa (!), sondern sogar New York in elektrisches Licht tauchen. Was zu diesem Zeitpunkt eine ganz und gar utopische Vorstellung ist, besagte Birne brennt bis dahin nur knapp zwei Stunden. Der Roman ist gespickt mit  solch originellen Einfällen und damit ein fulminantes Lesevergnügen und kurz, ein Meisterwerk.


Buchinfos:
Hardcover, Diogenes Verlag, 370 Seiten





Jussi Adler Olsen
Selfies
Thriller

Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. in Kopenhagen ist nicht gerade der motivierteste Kommissar der Kriminalliteratur. Am liebsten legt er doch einfach nur die Füße auf den Schreibtisch und lässt den Tag an sich vorüberziehen. Was seinen Vorgesetzten natürlich ein Dorn im Auge ist, denn die Aufklärungsrate des Dezernats lässt zu wünschen übrig. Darum soll die Einheit abgeschafft werden. Im Dreierteam neben Carl Mørck bangen also der vorlaute ehemaligen syrischen Putzmann, der sich zum Starermittler und eloquenten Wortjongleur gemausert hat: Assad und die kränkelnden Sekretärin und alt wirkende, aber jung benannte Frau für alles: Rose, um ihren Job. Der Leser dagegen bangt um Spannung. Es dauert bis in dem knapp sechshundert Seiten Werk etwas Krimimäßiges passiert. Der Roman beginnt mit einer Reihe scheinbar unzusammenhängender Geschichten. Drei Frauen einer Familie in Hassliebe verbunden, eine Verschwörung unter Freundinnen und eine Frau, die sich im Autoaufbrechen übt.
Probleme gibt es, eine Leiche hie und da, aber nichts deutet auf einen konkreten Fall hin. Dann als Mørck endlich auftritt, entpuppt sich auch dieses Kapitel als, wenn auch witzig, so doch nicht handlungsrelevant. Überhaupt ist der Humor in dieser Reihe sehr eigen, das hat mir bisher großen Spaß gemacht, aber nur im Zusammenhang mit besonders spannenden, berührenden Fällen. Auch wenn Rose hier ihren großen Auftritt hat, so fehlte mir diesmal der große Handlungsbogen, der mich mit mindestens einer der Figuren mitfiebern lässt. Von einem Thriller ist das Buch dieses Mal leider weit entfernt.

Buchinfos:

Hardcover, dtv Verlag, 576 Seiten




Marlis Maehrle

Unikat, Handgemachte Bücher binden & gestalten


Bücher selber machen. Diesmal geht es nicht um den Inhalt, sondern um das noch leere „dreidimensionales Speichermedium“, Buch genannt, das hergestellt wird. Marlis Maehrle beginnt mit einer kurzen Geschichte über die Erfindung des Buches, benennt die einzelnen Teile des „Lese- oder Bildträgers“ (vom Buchblock über den Rücken zum Fußschnitt). Danach wird das Werkzeug eines Buchbinders vorgestellt und bei der Papierauswahl und –verwendung beraten. Wir erfahren wie richtiges „Falzen“ geht und „kontrolliertes Reißen“, lernen Buchdeckel beziehen, und werden auf diese Weise in den Grundtechniken der Buchherstellung ausgebildet. Illustriert sind die Seiten mit tollen Fotos. Die Bücher, die in den vielen Projekten entstehen, sind eine Augenweide und regen die Fantasie an, aus dem eigenen Fundus zu schöpfen. Da werden besondere Teeschachteln zu Buchdeckeln, gepresste Blätter zu Schmuckelementen, Briefumschläge zu einzigartigen Notizbüchern. Die besonderen Falttechniken und ungewöhnlichen Klappen inspirieren zu ungewöhnlichen Geschenkideen. Und warum sich am Ende nicht selbst mit einem handgemachten Notizbuch/Gästebuch/Tagebuch oder Fotoalbum beschenken?!


Buchinfos:
Hardcover, mit vielen farbigen Abbildungen, Haupt Verlag, 192 Seiten






Jesper Juul 
Liebende bleiben
Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken

Das neue Buch von Jesper Juul enthält aufgezeichnete Therapiegespräche
unglücklicher Eltern. Die Paare gehen zum ihm, weil der Sprössling Probleme macht, aber wie so oft, spiegeln die Kinder nur die Beziehungsprobleme der Eltern. Jesper Juul hört zu, hinterfragt, analysiert. Dabei bietet er an, den Blickwinkel zu ändern, lenkt aus den verfahrenen Alltagssituationen zurück zu den Anfängen der Liebesbeziehung des Paares. Wie war das damals, noch ohne Kind und was hat sich seither verändert? Lieben sich die Eltern, fühlt sich auch das Kind geborgen und braucht nicht zu vermitteln, um Aufmerksamkeit buhlen, auszugleichen. So wie Elternsein nie endet, hört auch das Füreinander Dasein, Zuhören, Aufmerksamsein und vor allem Miteinandereden als Lebens- und Liebespartner nie auf. Oder sollte es zumindest. Oft erfahren die Partner in diesen Therapiesitzungen erstmals Dinge voneinander, die zuhause nie ausgesprochen wurden. Trotz Familienstress braucht es Freiräume für die Beziehung, das tut allen Beteiligten gut. Jesper Juul bietet mit seinem Einfühlungsvermögen Auswege und Lösungen an.
Ein Buch zum Identifizieren, Diskutieren, als Anregung und Inspiration für geplagte Eltern, die vor lauter Problemen an der Kraft der Liebe zweifeln.  

Buchinfos:
Hardcover, Beltz Verlag, 256 Seiten







Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive
Penguin Bloom
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete



Hinter den zauberhaften schwarz-weiß Fotos, der Freundschaft einer australischen Elster mit einer kinderreichen Familie, die vom Titelbild an sofort gefangen nehmen, verbirgt sich ein tragisches Schicksal. Die Frau, des Autors Cameron Bloom verunglückte auf einer Reise und verlor beide Beine. So ist die Geschichte eines Wildtieres, das sich an die Menschen anpasst, eine Metapher für den Menschen, der sich zurück ins Leben kämpft. „Jeder Tag war wie ein Begräbnis“, Zitat S. 92. Wie das aus dem Nest gefallene und verletzte Vogeljunge, das die Familie Penguin Bloom nennt, muss Sam Bloom, die Ehefrau des Fotografen und Mutter von drei Jungs die Kraft finden, um weiterzuleben. Die junge Elster fügt sich in den Familienalltag, ja, verhält sich wie ein Menschenkind, kuschelt sich zum Beispiel in die Armbeuge, wenn ihr vorgelesen wird, schläft auf dem Rücken, die Beine von sich gestreckt.

Die einmaligen Bilder, dazu die nachdenklichen, poetischen Texte berühren von der ersten Seite an. Penguin rettet nicht nur die Familie Bloom, er weitet auch das Herz jedes Lesers und Betrachters und macht dieses Buch zu einem Gesamtkunstwerk.

Buchinfos:

Hardcover, durchgehende Abbildungen, 210 Seiten, Knaus Verlag, 2016



Martina Baumbach
Ab heute wird’s wild und gefährlich
Roman für Kinder
Mit Bildern von Katrin Engelking



Katze Molly kennt die Welt bisher nur durch den Blick aus dem Wohnungsfenster oder aus den Geschichten, die ihr das Frauchen vorliest, aber als ihre Dosenöffnerin ins Altersheim muss, entkommt sie auf dem Weg ins Tierheim und flüchtet in den Wald. Anstelle des vertrauten Katzenkörbchens droht von überall Gefahr. Und dann müssen Leben gerettet werden, egal ob normalerweise Beute. Dank Mollys Erzählkunst mit ein bisschen Flunkern steckt sie bald mitten in spannenden Erlebnissen. Sie wird für eine Weltreisende gehalten, deren Rat und Hilfe bei den anderen Tieren gefragt ist.
So bringt die Katze ihre Menschenkenntnis in die Waldtierwelt und schmiedet mit ihren neuen Freunden einen Plan, gegen die Bedrohung anzukämpfen und den Wald zu retten.

Gekonnt wie in all ihren Kinderbüchern erzählt Martina Baumbach eine liebevoll-witzige Tiergeschichte, die garantiert beim Vorlesen und Selberlesen großen Spaß macht.  Die feingezeichneten schwarz-weißen Illustrationen von Katrin Engelking laden zusätzlich zum Schmunzeln und Entdecken ein.

Buchinfo:
Thienemann Verlag, Hardcover, 224 Seiten, s/w illustriert, erschienen am 21.03.17
Website der Autorin Martina Baumbach: www.martinabaumbach.de